Bildung

Kontinuierliche Weiterbildung ist in unserer spezialisierten und vernetzten Welt unerlässlich. Das gilt auch für die OIKOPOLIS-Betriebe. Nicht jede/r muss dort in komplexen Zusammenhängen innovativ tätig sein. Je nach Einsatzort sind auch andere Fähigkeiten gefragt – sei es die Fähigkeit, weniger gutes Gemüse auszusortieren und gutes sachgerecht zu verpacken, sei es das Können, Produkte so anzubieten, dass die KundInnen sie gerne kaufen.

Diese und andere berufsrelevante Fähigkeiten müssen erst erlernt werden. Dabei spielt die Fähigkeitsbildung in den Betrieben eine zentrale Rolle.

Fachliche und persönliche Weiterentwicklung im Betrieb

Deshalb wird die Palette interner Schulungen in den OIKOPOLIS-Betrieben systematisch erweitert. Zu den Standards gehören Einführungen in Unternehmensgeschichte und Betriebsstruktur, aber auch Weiterbildungen zu den Themen Biolandbau im Allgemeinen und Produktphilosophie der BIOG-Produkte im Besonderen. MitarbeiterInnen mit Kundenkontakt bekommen Gelegenheit, ihr Fachwissen zu speziellen Produktgruppen so zu erweitern, dass sie kompetente Beratungsgespräche führen können. Bei Fragen der Arbeitssicherheit verstärken praktische Übungen im Kreis einer Gruppe den Lerneffekt. Dieser ist umso größer, wenn dies in Zusammenarbeit mit lokalen Feuerwehren und Katastrophenschutzkräften geschieht, wie bei OIKOPOLIS immer wieder der Fall. (Siehe Bild: Brotseminar mit Frau Dr. Kühne)

Das Gegenstück zu solch praxisnahen Angeboten bilden Lektürekreise interessierter MitarbeiterInnen, die sich mit eher philosophischen Fragen auseinandersetzen, und freiwillige Arbeitsgruppen zu den Themen Gemeinwohl und Nachhaltigkeit. Das Leitbild der OIKOPOLIS-Gruppe stellt den Faktor Bildung, innerbetrieblich wie auch nach außen hin, ausdrücklich in den Dienst unseres ganzheitlichen Nachhaltigkeitsverständnisses.

OIKOPOLIS-„Akademie“: Dialogangebot nach außen

Über den internen Kreis hinaus zielen Vorträge und Seminare, die die OIKOPOLIS-Gruppe seit 2011 im OIKOPOLIS-Zentrum Munsbach mit ausgewiesenen Experten organisiert. Für jedermann zugänglich und kostenfrei, regt die Veranstaltungsreihe OIKOPOLIS am Dialog, eine Art Fachakademie im Kleinen, dazu an, sich mit Themen wie der Bodenfreiheit durch Solidarbesitz („Terre des Liens“), der Kompensation von CO2-Emissionen per „Carbon Credits“ oder der Bewertung (teil)steriler Pflanzenzüchtungen („CMS-Hybriden“) durch den Bio-Fachhandel auseinanderzusetzen. Vertiefende Angebote für MitarbeiterInnen geben praktische Hilfestellung fürs Kundengespräch.

Dennoch sind Fachinformation und allgemeine Weiterbildung nicht Aufgabe der OIKOPOLIS-Gruppe – genau so wenig wie Forschung oder Beratung in der Bio-Landwirtschaft. Stattdessen hat sich in der Luxemburger Bio-Landwirtschaft die Dreigliedrigkeit von IBLA („Institut fir Biologësch Landwirtschaft an Agrarkultur“), Bio Lëtzebuerg(„Vereenegung fir Bio-Landwirtschaft Lëtzebuerg“ asbl) und BIOG-Genossenschaft bestens bewährt. Da alle drei Akteure im Munsbacher OIKOPOLIS-Zentrum unter einem Dach sitzen, ergeben sich aber zahlreiche Synergien.