Bio & Sozial

Im Zentrum des Nachhaltigkeitsverständnisses der OIKOPOLIS-Betriebe steht das Begriffspaar „Ökologie und Kooperation“. Die Kurzformel „Bio & Sozial“ bringt diese Ideale auf den Punkt – mehr noch als die gängigen Schlagworte „Bio“ und „Fair“.

Die Geschäftstätigkeit der OIKOPOLIS-Gruppe zielt ja vor allem darauf ab, die biologisch bzw.bio-dynamisch erzeugten Produkte der Genossenschaftsmitglieder zu verarbeiten und zu vermarkten. Mittelbar hat sie dann auch zum Ziel, mehr Land nach biologischen Grundsätzen zu bewirtschaften. So dient sie dem Grundgedanken des Öko-Landbaus, der nachhaltigen Erzeugung gesunder biologischer Lebensmittel.

Dabei hat die OIKOPOLIS-Gruppe stets im Sinne der Nachhaltigkeit agiert – auch ohne den Begriff zu benutzen. Stattdessen orientierten sich auch ihre später gegründeten Einzelbetriebe an den Werten der BIOG: „Qualität und Solidarität“. 2000 fächerte die BIOG-Charta diese Leitwerte zu einer ganzen Markenphilosophie auf. Kurz gefasst, lautet der selbst gestellte Anspruch an unser Handeln, „fair a kooperativ mat de Bio-Baueren“ zu sein:

Die Grundpfeiler des biologischen bzw. bio-dynamischen Landbaus und des kooperativen Wirtschaftens vereinen also ökologische und soziale mit ökonomischen Aspekten und entsprechen insofern dem bekannten „Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit“. Dennoch greift uns dieser Ansatz zu kurz.

Wir halten es für unabdingbar, beim Thema Nachhaltigkeit den Menschen, der für den Fortbestand der Natur zum entscheidenden Faktor geworden ist, in all seinen Dimensionen zu erfassen. Vor allem sein wichtigstes Potenzial, die Kreativität bzw. Fähigkeit zur Ideenfindung, ist für ein umfassendes Nachhaltigkeitskonzept unverzichtbar. Deshalb ist die (Bewusstseins-)Bildung des Menschen genauso wichtig wie seine sozialen Beziehungen und die rein ökonomischen Kräfte.

Ein OIKOPOLIS-nahes Modell der Nachhaltigkeit müsste demnach aussehen wie folgt:

Bildung – Verantwortung – Kooperation … und Ökologie

In dieser grafischen Darstellung zeigt sich die ökologische Naturgrundlage als Basis, die alles trägt. Mit den verschiedenen Aspekten der Gesellschaft verbindet sie ein Verhältnis gegenseitiger Abhängigkeit: alle Gesellschaftsaspekte wirken auf die Natur ein, werden aber ihrerseits von ökologischen Effekten beeinflusst.

Die drei großen Gesellschaftsaspekte (Ideenwelt, Soziales und Ökonomie) wurden im Lauf der Geschichte unterschiedlich benannt. In der französischen Revolution hießen sie Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, während Rudolf Steiner sie in den 1920er Jahren mit den Begriffen Geistes-, Rechts- und Wirtschaftsleben beschrieb. In der OIKOPOLIS-Perspektive heißen sie, entsprechend ihren zentralen Leitwerten, „Bildung“, „Verantwortung“ und „Kooperation“. Auch diese drei fußen auf ökologischer Grundlage.

Im Zentrum der oben gezeigten Darstellung steht der Mensch, der Natur und Gesellschaft verbindet. Seine bewusste Gestaltung der Verhältnisse führt zu einer nachhaltigen Kultur auf der natürlichen Grundlage. Erste Modelle dieser Art wurden von der SEKEM-Initiative in Ägypten erarbeitet und dann von einigen Bio-Handels-Unternehmen, die dieser nahestehen, genutzt. In dieser Traditionslinie sieht sich die OIKOPOLIS-Gruppe.