Gemeinwohl: Mehr als nur Bio

Seit Gründung der Bio-Bauere-Genossenschaft Lëtzebuerg (BIOG) im Jahr 1988 orientieren sich sämtliche Betriebe der aus ihr hervorgegangenen OIKOPOLIS-Gruppe an deren Motto: „Fair a kooperativ mat de Bio-Baueren“. Soziale und ökologische Aspekte gehören deshalb in den Leitwerten der OIKOPOLIS-Betriebe untrennbar zusammen. Auch der Begriff „Nachhaltigkeit“ beinhaltet für uns (mindestens) zwei Dimensionen, denn OIKOPOLIS-Aktivitäten sollen sowohl ökologisch, als auch sozial und kulturell nachhaltig wirken.

Transparenzstreben als Motor für Gemeinwohl-Bilanz

Dieses Engagement wollen wir belegen, denn Transparenz gegenüber Kundinnen und Kunden sowie allen Geschäftspartnern ist uns sehr wichtig. Doch es ist schwierig, „weiche“ Faktoren genauso objektiv, nachvollziehbar, messbar und damit vergleichbar zu belegen wie „harte Zahlen“, z.B. unsere Maßnahmen zur Energieeinsparung und Ressourcenschonung.

Weltweit gibt es eine wachsende Zahl an Zertifikaten und Symbolen, die die Sozialorientierung einer Institution oder Firma beglaubigen sollen. Beim Verbraucher schafft diese Vielfalt eher Verwirrung als Transparenz. Das betriebsübergreifende OIKOPOLIS-Nachhaltigkeitsteam hat lange nach einer Methode gesucht, die das Potenzial hat, in diesem Bereich Standards zu setzen. Bei der Gemeinwohl-Matrix nach Christian Felber wurden wir fündig.

Nach einem intensiven Vorbereitungs- und Zertifizierungsprozess erschien die erste Gemeinwohl-Bilanz der OIKOPOLIS-Gruppe in Form eines umfangreichen Berichts im Frühjahr 2015. Damit ist die OIKOPOLIS-Gruppe Gemeinwohl-Pionier in Luxemburg. Auch die internationale Bewegung der Gemeinwohl-Ökonomie hat das diesbezügliche Engagement von BIOG, NATURATA & Co schon bei verschiedenen Gelegenheiten vorgestellt.

Wenn auch Sie sich im Detail über die Sozialbilanz der OIKOPOLIS-Betriebe informieren wollen, können Sie deren ersten Gemeinwohl-Bericht downloaden (s. unten).
Auf Nachfrage erhalten Sie die Druckversion als 42-seitige Broschüre in jeder NATURATA-Filiale.

Gemeinwohl-Ökonomie – ein Wirtschaftsmodell mit Zukunft

Die Gemeinwohl-Matrix ermöglicht es anhand eines Sets von 17 Leitfragen, die Gemeinwohl-Orientierung eines Privatunternehmens oder einer öffentlichen Einrichtung zu überprüfen und im Rahmen einer so genannten Gemeinwohl-Bilanz zu bewerten, die von externen Auditoren geprüft wird.

Die OIKOPOLIS-Gruppe hat 2014 ihre erste Gemeinwohl-Bilanz erstellt. Damit ist sie Pionier in Luxemburg. Auch international gehören BIOG, NATURATA, BIOGROS & Co zu den Vorreitern einer alternativen Wirtschaftsweise, bei der unternehmerisches Handeln sich primär am Gemeinwohl orientiert, statt der Profitmaximierung einiger Weniger zu dienen.

Es ist zu hoffen, dass diese Neuausrichtung des Wirtschaftslebens weltweit Schule macht. Die bevorstehende Dokumentationspflicht unternehmerische Sozialverantwortung (Corporate social responsibility), die die EU in Aussicht gestellt hat, weist jedenfalls auf ein allmähliches Umdenken hin. Umso wichtiger ist es, folgende Konzepte schon heute zu kennen:


  • Was ist was? Gemeinwohl-Ökonomie

  • Was ist was? Gemeinwohl-Bilanz

  • Was ist was? Gemeinwohl-Matrix

  • Was ist was? Gemeinwohl-Kategorien


Wo steht die OIKOPOLIS-Gruppe jetzt?

Im Oktober 2015 wurde in der OIKOPOLIS-Gruppe eine Teilzeitstelle für Nachhaltigkeits- und Gemeinwohlkoordination eingerichtet. Seitdem hat das ehemalige OIKOPOLIS-Nachhaltigkeitsteam (2014 als „Green Team“ mit dem Green Award bereits preisgekrönt) einen deutlichen Schub erhalten. Viele, auch jüngere, KollegInnen schlossen sich der „Arbeitsgruppe Gemeinwohl“ an, die auch interessierten Externen, z.B. Aktionären, offen steht.

Dank dieser personellen Verstärkung konnten etliche langgehegte Projekte, z.B. zur Förderung eines nachhaltigeren und ressourcenschonenden Personentransports auf dem Arbeitsweg unserer Mitarbeitenden, realisiert werden. Die dazugehörigen Daten fanden Eingang in eine Basis-Dokumentation zur Re-Evaluierung nach den Indikatoren der Gemeinwohl-Ökonomie (GWÖ). Nach dem ersten GWÖ-Audit 2014 fand die Neuauflage turnusgemäß im vierten Quartal 2016 statt.

Aus den monatlichen Sitzungen der Arbeitsgruppe entstand im Teamwork eine 62-seitige Berichtsvorlage für das externe Audit, das am 22. November 2016 durchgeführt wurde. Am 28. Februar 2017 traf das neue Gemeinwohl-Testat ein, das die beiden Auditorinnen der OIKOPOLIS-Gruppe ausgestellt hatten. Es besitzt Gültigkeit bis zum 28.02.2019.

Entsprechend der Veröffentlichungspflicht der GWÖ wird die finale Version der Berichtsvorlage zum Audit zusammen mit der Bewertung demnächst auf der Homepage der Gemeinwohl-Ökonomie publiziert. Die OIKOPOLIS-Gruppe wiederum erarbeitet eine Broschüre, die einen möglichst vollständigen Überblick über die unternehmerische Sozialverantwortung ihrer Betriebe erlaubt. Dazu werden der Nachhaltigkeitsbericht bzw. dessen Aktualisierung und der rezente Gemeinwohlbericht zusammengeführt. Das Redaktionskonzept sieht vor, das Thema in mehreren Fassungen von unterschiedlichem Umfang und mit verschiedener Detailtiefe zu deklinieren und diese on- und offline als Flyer und Themenheft anzubieten.

Wir freuen uns auf Ihr Feedback, Kommentare oder Fragen - nur so können wir uns weiter entwickeln.

Kontakt: gemeinwohl@oikopolis.lu

Mehr zum Thema:

Die Homepage der internationalen Gemeinwohl-Bewegung bietet u.a. detaillierte Erläuterungen der Gemeinwohl-Bilanz


Zur Gemeinwohl-Bilanz der OIKOPOLIS-Gruppe:

- FAQs

- OIKOPOLIS-Gemeinwohl-Testat 2015/16

- OIKOPOLIS-Gemeinwohl-Bericht 2016 (Berichtsjahr: 2015)

- OIKOPOLIS-Gemeinwohl-Testat 2013

- OIKOPOLIS-Gemeinwohl-Bericht 2014 (Berichtszeitraum: 2012/13)

- OIKOPOLIS-Gemeinwohl-Bericht 2014 - die Fünf-Minuten-Version


Mehr zum Thema Gemeinwohl-Ökonomie - bei OIKOPOLIS online, in der Luxemburger Presse u.a.

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