Nachhaltigkeit: Bio & Fair

Das Thema Nachhaltigkeit ist – getragen durch die Auswirkungen des Klimawandels und aufgegriffen von der Wirtschaft – in aller Munde. Doch an der Umsetzung hapert es. Klaus Töpfer, Ex-UN-Umwelt-Chef, bringt es auf den Punkt: „Wir müssen vom Wissen zum Handeln kommen.“
Die Bio-Landwirtschaft handelt schon lange. Schon seit Jahrzehnten setzt sie auf die Schonung der natürlichen Ressourcen, den Schutz der Biodiversität und die Bodenpflege mittels einer vielseitigen Fruchtfolge. Im weiteren Verlauf entstanden vielerorts auch neue Verarbeitungs- und Vermarktungsbetriebe für Bio-Lebensmittel. In Luxemburg entwickelte sich die OIKOPOLIS-Gruppe aus der Bio-Bauere-Genossenschaft Lëtzebuerg (BIOG).

25 Jahre nach deren Gründung 1988 hat sich daraus ein Netzwerk von Betrieben unterschiedlicher Größe mit insgesamt fast 200 MitarbeiterInnen entwickelt. Leitmotiv für die Gründung und Ausgangspunkt für das differenzierte Wachstum dieser Betriebe war die gemeinschaftliche Unterstützung der Bio-Bauern bei der Vermarktung ihrer Produkte und bei ihrer vorbildlich nachhaltigen Tätigkeit insgesamt.

Nachhaltigkeit à la OIKOPOLIS: Bio, Fair – und noch mehr

Für die Verantwortungsträger der OIKOPOLIS-Betriebe war es von Anfang an selbstverständlich, auch soziale und ökologische Aspekte der Betriebsaktivitäten zu berücksichtigen. Dieses nachhaltige Handeln wurde mehrfach preisgekrönt. Das war uns Bestätigung auf dem eingeschlagenen Weg, doch dabei wollen wir nicht stehenbleiben.

Die gängigen Schlagworte „Bio“ und „Fair“ passen gut in unser Nachhaltigkeitskonzept, doch das ist nicht alles. 2010 wurde das übergeordnete Leitbild der OIKOPOLIS-Gruppe mit MitarbeiterInnen, AktionärInnen und Genossenschaftsmitgliedern mit vier Hauptpunkten neu formuliert, und 2011 haben wir uns mit Hilfe des öffentlichen Forschungszentrums Henri Tudor (CRP Henri Tudor) einem Nachhaltigkeitscheck unterzogen, um weitere Optimierungspotenziale zu finden.

Dazu gehört für uns auch, den unvermeidbaren Rest an Energie- und Ressourcenverbrauch zu kompensieren – gerade als Unternehmens-Gruppe, die nachhaltige Produktionsmethoden ins Zentrum ihres Gesellschaftszweckes stellt.

Über all diese Zusammenhänge informieren die folgenden Seiten. Noch ausführlicher tut dies eine 63 Seiten starke Broschüre, die Sie hier herunterladen oder als Druckversion bestellen können. Auch in den NATURATA-Läden bekommen Sie Ihr Exemplar auf Nachfrage ausgehändigt.

Broschüre: „Nachhaltigkeit in der OIKOPOLIS-Gruppe“

- Papierform Bestellen
- Nachhaltigkeitsbericht in PDF-Version

Nachhaltigkeit Allgemein

In seinem Buch über die Ökonomie der Waldkultur formulierte Hans-Karl von Carlowitz 1713 als erster das Prinzip der Nachhaltigkeit: „Schlage nur so viel Holz ein, wie der Wald verkraften kann! So viel Holz, wie nachwachsen kann!“ Ökonomische und ökologische Ziele sollen also gleichberechtigt sein. Dies gilt vielen bis heute als Synonym für Nachhaltigkeit – doch deren Konzept umfasst auch soziale und kulturelle Aspekte.

Vor allem die Vereinten Nationen haben im Zusammenhang mit ihren Umweltkonferenzen die Nachhaltigkeitsdebatte geprägt. Dabei spielt Bildung eine zunehmende Rolle. 2002 wurde die UN-Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgerufen, die die Jahre 2005 bis 2014 umfasst.

Seitdem hat der Begriff „Nachhaltigkeit“ regelrecht Karriere gemacht – und bleibt trotzdem schwer zu fassen. Meist ist vom „Drei-Säulen-Modell“ der Nachhaltigkeit die Rede, in dem ökologische, wirtschaftliche und soziale Ziele gleichermaßen zum Tragen kommen. Varianten dieses Konzepts spielen mit einem Dreieck, dessen – idealerweise gleich lange – Seiten den Faktoren Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft entsprechen. Die optimal nachhaltige Position wäre dann der Mittelpunkt, an dem sozial-ökologisch-ökonomische Orientierungen einander die Waage halten.

Zumindest in Wirtschaftsbetrieben geht aber jede dieser Orientierungen immer auf Kosten der beiden anderen. Zudem fehlt diesem Modell die geistig-kulturelle Dimension, auf die die UN-Dekade so großen Wert legt. Auch aus OIKOPOLIS-Perspektive ist diese Dimension unverzichtbar. Ein Nachhaltigkeitsdreieck, das dieser Perspektive nahekommt, könnte wie auf der nebenstehenden Grafik aussehen.